VASEN-DATING
30-10-2009 von Carmen Hocker
Neulich flatterte einer dieser Versandkataloge ins Haus. Während es draussen regnete und stürmte, reiste ich in Gedanken an die sonnige Blumenriviera, wo langbeinige Models barfüssig am Strand herumhüpften. Was für ein hübsches Sommerkleid, dachte ich mir. Als ich es zwei Wochen später vom Postboten in Empfang nahm, stellte sich mir die Frage: „Welche Schuhe passen dazu?“ Barfuss kann ich hier in der Stadt wohl kaum flanieren gehen. Vom süssen Teenageralter trennen mich Jahrzehnte, aber für ein belächeltes Alt-Hippie bin ich dann doch noch etwas zu jung. Also öffnete ich die Tür des Schuhschranks. Doch nichts, mein Blick schweifte verzweifelt über die gut gefüllten Regale, ohne fündig zu werden.
Ganz ähnlich geht es mir, wenn ich einen Blumenstrauss geschenkt bekomme. Oftmals wandert er vorübergehend in die Badewanne, weil ich gerade keine passende Vase zur Hand habe. Was bei meiner Sammlung erstaunlich ist. Mein Mann beklagt sich schon, dass meine Vasen seinen Werkzeugkisten auf dem Kellerregal immer mehr den Platz streitig machen. Aber zurück zum eigentlichen Problem, der Vasenfrage. Anscheinend kaufe ich immer die Falschen! Woran das wohl liegen mag? Vielleicht daran, dass ich Vasen immer ohne Inhalt kaufe. Was mich auf eine Idee bringt. Ich wäre die erste Kandidatin für den Kurs: „Vasen-Dating oder welche Vase passt zu meinem Strauss?“ Das wäre ja sogar eine schöne Schaufenster-Dekoration – und ein Grund mehr, die Vase im Blumenfachgeschäft zu kaufen. Es stellte sich übrigens heraus, dass sich die Schuhfrage erübrigte. Das Kleid passte mir nicht, es war zu klein. Ich hatte übersehen, dass die Grössen im Katalog französische Grössen waren...
